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Modellbau - Multi-Board
06.2025
Evolutionsstufe 4
- das Multi-Board
Weil es einen konkreten Anwendungsfall gibt wurde ein
weiteres Modul geschaffen. Ich habe es "Multi-Board"
getauft.
Dieses Modul vereint mehrere Funktionen auf einer
Platine. Alles zum Multi-Switch geschriebene gilt auch für
das Multi-Board. Im Grunde ist es ein erweiterter 15 Kanal
Multi-Switch. Sämtliche Funktionen und die Arbeitsweise sind
gleich.
Auf der Platine sind neben einem 5V
Netzteil zusätzlich zwei separate, einstellbare
Netzteile. Diese versorgen zwei auf der Platine befindliche
Steckplätze für 2 Drehzahsteller und auf Wunsch die am
Multi-Switch Bereich angeschlossenen Komponenten.
Passend von der Belegung der beiden Steckplätze sind die
vielfach für unter 10 EUR angebotenen "China"-Regler. Die
eignen sich besonders gut, weil deren Anschlüsse auf einer
Seite liegen. Ich habe zwei Stück modifiziert in dem ich die
Kabel entfernt und Steckkontakte eingelötet habe. Somit
passen sie direkt auf das Multi-Board.
Die Transistorausgänge des Multi-Switch Bereich sind so
angeordnet, das zu jedem geschalteten Anschluss ein zweiter
Kontakt mit der Versorgungsspannung kommt. D.h. ein
Verbraucher wird direkt mit zwei Adern angeschlossen.
Die Transistoren sind ausgelegt bis 45V und 6A.
Bei der Wahl der Versorgungsspannung für die Verbraucher
gibt es 4 Möglichkeiten :
1. eine eigene Eingangsklemme (2-24V)
für eine externe Versorgung
2. aus der zentralen Versorgung des
Multi-Boards (9-20V)
3. aus einem Zweig des einstellbaren
Netzteiles (4-16V)
4. aus dem 5V Netzteil Zweiges des
Multi-Boards
Die Möglichkeiten 2. bis 4. lassen sich über die
Steckbrücke J5 festlegen. Brücke (a) ist für die Versorgung
durch CON4, des zentralen Board-Eingangs. Brücke (b) ist für
die Versorgung durch U2 / VR2. Via Brücke (c) werden die
Transistoren aus dem 5V Regler versorgt.
Ein RC-Empfänger wird mit 6 Kanälen
an die Steckerleiste CON13 angeschlossen. Auf der Platine
stehen die Kanäle 1-5 für Servos u.ä. zur Verfügung,
herausgeführt als Kontaktleiste CON10. Der Kanal 6 verbleibt
auf dem Multi-Board und ist direkt zum Multi-Switch
geleitet. Über die Steckbrückenleisten CON11 und CON12
lassen sich aus den zugeführten Kanälen die gewünschten für
die beiden Drehzahlsteller festlegen. Die Motoranschlüsse
sind als eigene Schraubklemmen herausgeführt. Natürlich kann
auch einer der beiden FR entfallen und der Kanal dann für
einen externen FR verwendet werden.
Hier die Platine der 1. Version :
Der konkrete Anwendungsfall
Für meinen letzten Modellschiff-Neuerwerb, die Horizon
Harbour von Proboat, wollte ich die original RC Ausstattung
ersetzen. Außerdem hatte ich vor als Fahr-Akku einen LiPo
mit 18V vom Typ Power-X-Change der Marke EINHELL zu
verwenden. Der dadurch entstandene Kabelsalat war jedoch
nicht länger erträglich, auch ein passendes Netzteil ist
schwer zu finden.
Durch das Multi-Board wird der Verkabelungsbedarf auf
ein Minimum reduziert.
Stand 19. Juli 2025
Die Platinen wurden am 16.07. bestellt und sind laut
Status in den Versand gegangen.
Montag, 21. Juli 2025:
JLCPCB fasziniert mich immer wieder. Am 16.07. bestellt,
am 21.07. stand DHL im Treppenhaus und die Platinen sind
da....
Stand 24. Juli 2025:
Eine Platine ist aufgebaut und funktioniert. Allerdings
hatte sich ins Platinen-Layout ein Fehler eingeschlichen.
Die Leiterbahn von der Eingangsbuchse zu den
Spannungsreglern war nicht vollständig. Dies war nicht
sofort zuerkennen, der Siebdruck sitzt genau an der
betroffenen Stelle.
Im Programm sauber zu sehen, wurde die Leiterbahn beim
Gerberexport unterschlagen....
Das Problem lag aber wie immer vor der
Tastatur und der Fehler wurde umgehend korrigiert, nun ist
der Gerber-Export sauber.
Das komplette Leitungs- und Elektronik-Gerödel aus dem
Boot wurde entfernt, eine Grundplatte eingezogen und mit
Abstandsbolzen das Multi-Board darauf befestigt :

An den drei roten Kabelpeitschen
der blauen Schraubklemmenleiste werden die Lampen des
Aufbaus angeschlossen, die dünnen Leitungen führen zum
Lüfter.
Links zu erkennen sind die beiden Drehzahlsteller. Der
Obere ist eingelötet, hier ist die Pumpe der beiden
Löschmonitore angeschlossen. Der Untere übernimmt den
Fahrmotor und ist gesockelt, daher ragt er etwas weiter
nach oben hinaus.
Da drunter zu sehen sind die Leitung des Ruderservos
und die Leitungen zum FlySky FS-IA6 Empfängers. Der Lüfter
verdeckt den Kühlkörper des ersten Spannungsreglers, der
den gesteckten Drehzahlsteller mit 9V versorgt. Der andere
Spannungsregler versorgt mit ebenfalls 9V den eingelöteten
Drehzahlsteller der Pumpe. Unter dem Lüfter zu erkennen
ist einer der beiden Trimmer zur Einstellung der Spannung.
Der zweite Trimmer ist nicht zu sehen, weil er dem
Kühlkörper weichen musste und nun auf der Unterseite der
Platine sitzt.
Der 5V Spannungsregler hat einen eigenen, etwas
abenteuerlich angeordneten Kühlkörper. Versorgt wird alles
aus einem 18V Einhell X-Change Werkzeug-Akku. Dieser
sitzt noch nicht ganz optimal schräg vorn Richtung Bug.
Zusätzlich sind noch zwei
Telemetrie-Sensoren verbaut. Einmal zur
Spannungsüberwachung des Fahr-Akku sowie eine
Temperaturüberwachung des Kühlkörper unter dem Lüfter.
Stand 26.07.2025 : Es funktioniert alles
soweit. Das ruhende Boot hat eine Stromaufnahme von etwa
170mA, bei Vollgas sind es gut 2,8 A, am 18V Akku
gemessen.
Stand 02.08.2025 : Am örtlichen Hafen wurde die
erste Stunde erfolgreich auf dem Wasser verbracht. Zunächst
jedoch offen, das heißt ohne Aufbau. Die thermische
Entwicklung war doch etwas zu hoch. Bei geschlossenem Aufbau
steigt die Temperatur zu schnell an. Offen läuft alles
bestens. Via Telemetrie überwacht lag die Temperatur dabei
immer bei irgendwas um die 40 °C.
Stand 10.08.2025 : Der erste Einsatz auf einem
See - 3 Stunden am Stück auf dem Wasser ohne
Probleme. Ich hatte im Vorfeld die Kühlkörper gegen
mechanisch besser passende ausgetauscht. Dann zusätzlich
einen 40x40mm Lüfter direkt darüber angebracht. Da bei
geschlossenem Aufbau die Luft nur umher gequirlt wird, sitzt
im Aufbau direkt unter dem Schornstein ein weiterer Lüfter
mit 50x50mm. Dieser bläst die Luft nach oben zum Schornstein
hinaus. Beide Lüfter werden vom Multi Switch geschaltet.
Zusätzlich habe ich die Beleuchtung des Aufbau getrennt
angeschlossen sowie das Navigationsradar drehbar gemacht. In
der ganzen Betriebszeit gab es keinerlei Störungen des Multi
Switch.
Die aktuell möglichen Funktionen :
| Ruder Links/Rechts |
Kanal 1 |
| Vorwärts-/Rückwärtsfahrt |
Kanal 2 |
Pumpe Löschmonitor
|
Kanal 3 |
| Innenbeleuchtung Fahrstand
ein/aus |
Kanal 6 Multiswitch #5 |
| Positionslampen an/aus |
Kanal 6 Multiswitch #6 |
| Mast/Toplicht an/aus |
Kanal 6 Multiswitch #7 |
| Nav-Radar ein/aus |
Kanal 6 Multiswitch #8 |
| kleiner Lüfter ein/aus |
Kanal 6 Multiswitch #9 |
| großer Lüfter ein/aus |
Kanal 6 Multiswitch #10 |
Wie man sieht kommt die RC Anlage dank Multi-Board mit 4
Kanälen aus, hat aber 9 getrennte Funktionen.
Änderungen am Platinen-Layout
Nachdem ich bei ebay ein paar Drehzahlsteller neuerer
Generation erworben hatte, musste ich das Layout des
Multi-Boards anpassen, da sich die Anschlüsse geändert
wurden. Nun gibt es zwei Steckplätze je Drehzahlsteller für
beide Varianten der China-Regler. Die beiden
Spannungsregler haben nun Befestigungen für die Montage von
Kühlkörpern des Typs
FK 218 MI 32 von Fischer-Elektronik
erhalten.
Hier mal eine erste Reichelt Einkaufsliste : Multi-Board
Die Liste enthält neben dem ATmega samt Sockel auch
einen Lüfter und Distanzhülsen. Dies ist um erst einmal ein
Gefühl für den Preis aller Bauteile zu bekommen. Der reine
Bauteilpreis liegt bei ca. 50,- EUR. Hinzu käme noch die
Platine, für die ca. 8,- EUR zu veranschlagen wären. Nicht
zu vergessen die beiden Drehzahlsteller, i.d.R. jeweils für
unter 10,- EUR zu haben bspw. bei ebay.
Wenn man separate, externe Switch-Module zusammen
rechnet kommen die auf mindestens 150,- EUR
Sollte sich jemand für das Multi-Board insteressieren,
einfach über K A R O @ k a p p m e i e r . n e t melden
7. September 2025
Mittlerweile habe ich die zweite Revision der Platine
vorliegen. Der Layout-Fehler ist weg, die zweite Variante
des Drehzahlsteller sowie dessen Kühlkörper integriert, die
Bauteile zurechtgerückt und etwas Feinarbeit hat
stattgefunden. Es besteht nun eine Wahlmöglichkeit beim 5V
Spannungsregler. Klassischer 7805 oder ein L1084. Dieser hat
mehr Ausgansleistung.
Platine Revision B :
Weitere Erfahrungen im Betrieb
Auch wenn die Spannungsregler eine höhere
Eingansspannung vertragen, ist die nicht so wirklich
Praxistauglich. Bei 20V Eingangs- und 9V Nutzspannung ist
der Verlust in Form von Wärme einfach zu hoch. Dies
erfordert eine ausgewachsene Kühlung. Bessere Erfahrungen
habe ich mit einer Versorgungsspannung von 12V gemacht, also
entweder ein Bleiakku oder Werkzeug-Akkus mit 12V.
Mit 12V bleibt alles deutlich kühler. Natürlich ist das
Multi-Board nicht für hohe Motorleistungen ausgelegt bzw.
muss bei größeren Motorleistungen des Antriebs ein eigener
Drehzahlsteller verwendet werden. Aber für eine
Otto-Normalmodell wird es reichen. Interessant finde ich die
Möglich nur den 5V Stabi zu bestücken und beide
"Motor"-Stabis U1 und U2 durch Brücken zu ersetzen. Dann
einen 6V Blei, 7,2 V NIMH oder 8,4V Li Akku direkt
anzuschließen.
Etwas hinderlich für schmale Modelle könnte die Baugröße
werden. In meinem Fall einer Fregatte vom Typ
Oliver-Hazard-Perry im Maßstab 1:100 mit ihrem sehr
schlanken Rumpf ist das echt knapp. Hier musste ich die
Schraubklemmen der Motoren auf die Unterseite der Platine
verlegen und deren Kabelzufuhr auf die Innenseite zeigen
lassen. Damit geht es.
Es besteht natürlich die Möglichkeit die Platine auf SMD
Bauteile umzustellen. Dies ist allerdings ein größerer Akt
und kommt dem geneigten Selbstbauer nicht entgegen.
Pläne
Ich überlege ob ich die Platine samt programmierten
Prozessor, bei entsprechender Nachfrage, in gleicher Weise
bereitstelle wie schon die Platinen zum Vorverstärker.
Wer in dieser Richtung Interesse hat kann sich gern bei
mir melden über I N F O (ÄT) kappmeier.net
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