
Solus OS mit Budgie-Desktop
Solus begann im Jahr 2014 und basierte ursprünglich auf
Debian. Mittlerweile ist es eine eigenständige GNU/Linux
Distribution samt
eigenem Paket-Format. Unterstützt wird nur Intel/AMD 64-bit. 32-Bit x86 gibt es nicht, ebenso wenig wie die ARM-Architektur.
Es gibt eine Solus Basis,
ausgerichtet auf den Desktop. Mit Stand 2025 gibt es Solus
OS in vier Desktop-Varianten: Budgie, Gnome, XFCE und
Plasma. Bis 2024 gab es Mate, welches zugunsten von XFCE
aufgegeben wurde. Nachfolgend beschränke ich mich auf die
von mir verwendete Variante mit Budgie-Desktop.
In 2017 wurde auf Rolling-Release umgestellt. Dies
bedeutet, dass, einmal installiert, nur noch Updates der
Pakete bzw. des Kernels durchgeführt werden und kein
komplettes Update auf eine neue Version erfolgt. In größeren zeitlichen Abständen gibt es einen aktuellen
Stand als Image zum Erstellen eines Livesystems (DVD bzw.
USB-Stick), von dem aus auch die Installation erfolgt.
Verglichen mit dem Platzhirsch Ubuntu mit seinem Debian
Unterbau oder einem Urgestein wie Arch Linux ist die Anzahl
der verfügbaren Programme weniger umfangreich. An Anwendungen ist jedoch alles vertreten, was im
GNU/Linux Bereich üblich ist. Schwieriger wird es mit
weniger verbreiteten Anwendungen sowie jene aus dem Server
Bereich, was ja bei der Ausrichtung auf den Desktop-Einsatz kein Wunder ist. Die kleinere Auswahl an
Software und unterstützten Umgebungen spiegelt sich in der
Aktualität der Pakete wider.
Mit Stand 2026 hat sich die Situation gebessert, wenn nicht sogar umgedreht. Es gibt im Solus Repository Anwendungen, die man in anderen Distributionen vergeblich sucht.
Der Einsatzbereich ist derzeit der klassische Desktop auf
PC und Notebook. Hier macht Solus eine gute Figur.
Besonders der schlanke, aufgeräumte Budgie-Desktop begeistert. Budgie ist m.M.n. eine
ideale Mischung aus Gnome 2 und Gnome 3.
Zentrales Instrument zur Verwaltung der Updates und
Software war bis 2025 das Software-Center:
Software Center
Dieses wurde in 2025 durch Discover ersetzt. Über
Discover werden nun auch die Flatpak Pakete verwaltet.
Snap ist endgültig aus Solus verschwunden.
Discover
Die Paketverwaltung im Terminal erfolgt mit eopkg,
einer Eigenentwicklung des Solus Projektes. Dies ersetzte
das Anfangs verwendete PiSi. Die Syntax ist
verständlich, nicht so ein kryptisches
Parametergeraffel wie bspw. das Zeugs von Arch Linux...
Ein frisch installiertes Solus hat folgende Software
vorinstalliert :.
Firefox
LibreOffice
Thunderbird
GNOME MPV
Rhythmbox
Bezüglich Kernel-Versionen ist Solus recht aktuell.
Ich verfolge dies schon die ganze Zeit und bin immer
wieder erstaunt wie aktuell die Kernel sind. Der Abstand zur Veröffentlichung
des Kernels der Linux Foundation liegt des öfteren unter 2
Wochen. Dies ist allerdings seit 2024 seltener der Fall.
Die Version eines GNU/Linux Kernels bekommt man im
Terminal über den Befehl uname -a angezeigt :
Das Datum ist der 17.07.2021 und der Kernel Build
seitens Solus ist von 14.07.2021.
Hier zum Datum passend die Seite von kernel.org:
Der Kernel ist freigegeben am 14.07.2021. Das bedeutet,
dass der Kernel bei Solus noch am gleichen Tag übernommen
wurde. Über das Update ist der Kernel dann am 17.07.2021
auf dem PC gelandet.
Hier mal ein Ausschnitt für Juni/Juli 2021 aus der von mir geführten Liste: :
Kernel-date Update
kernel.org
dd.mm.yyyy uname output
dd.mm.yyyy
Release-date
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
28.06.2021
Linux 5.13.0-186.current #1 SMP PREEMPT Mon Jun 28
20:09:07 UTC 2021 02.07.2021
27.06.2021
07.07.2021 Linux
5.13.1-187.current #1 SMP PREEMPT Wed Jul 7
19:52:26 UTC 2021 09.07.2021
07.07.2021
14.07.2021 Linux
5.13.2-188.current #1 SMP PREEMPT Wed Jul 14 20:45:31
UTC 2021 17.07.2021
14.07.2021
Auf der Seite https://de.wikipedia.org/wiki/Linux_(Kernel)
sind die Versionen mit ihrem Datum der Veröffentlichung
nachzulesen.
Ende 2021 gab es einige personelle Änderungen so dass die
Kernelaktualität nicht mehr ganz so passt wie gerade
beschrieben, die anderen Anwendungen waren davon scheinbar
nicht betroffen. Nachdem es etwas Wirbel um Solus gab, lief ab 2024 die Kernelaktualisierung wieder zur Hochform auf.
Auch wenn Solus ein Rolling-Release ist, so wird man nicht
täglich mit Updates überflutet. In der Regel ist Freitag oder Samstag bei Solus der
Patch-Day. Selten kommen unter der Woche neue Updates, manchmal wird Firefox bzw. Thunderbird nachgeschoben.
Ich habe mir mittlerweile so einige GNU/Linux
Distributionen und die verschiedensten Desktopumgebungen
angesehen. Solus mit seinem Budgie-Desktop macht irgendwie
den rundesten Eindruck.
Trotz seines vergleichsweise kurzen Bestehens und den vielen
anfänglich Umbauarbeiten ist Solus eine stabile
Distribution mit wenig Problemen. Es ist auf jedem Fall einen näheren Blick wert.