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Elektronik-Basteleien
- Dealer Vorverstärker - meine Form der
Umsetzung
20. Januar 2026
DEALER - meine Form der Umsetzung
Bei der Suche nach einem
Gehäuse ist mir dieses hier sofort ins Auge gesprungen.
Anfangs habe ich versucht mit den vorhandenen Modulen den
Verstärker aufzubauen. Leider hat die Wahl des Gehäuses
dieses Vorhaben erschwert. Um in dem kleinen Teil für den
geplanten Funktionsumfang alles unterzubringen sind die
vorhandenen Komponenten / Module nicht geeignet.
Es gibt speziell für dieses Gehäuse
geeignete Einbausätze mit Eingangswahl, Lautstärkesteuerung
und Fernbedienung. Ich wollte aber die DEALER Schaltung
verwenden und die Steuerung mit einem ATmega selber
umsetzen.
Ziemlich schnell war ich an einem
Punkt angelangt, wo ich mir eine einzige große Platine
gewünscht habe. Zunächst musste jedoch die
Komponenten-Variante herhalten, alles technisch einwandfrei
funktionieren. Bevor man sich an das Entwerfen einer Platine
macht, sollten die Funktionen feststehen und alles
fehlerfrei laufen. Übersehene Fehler oder neue Funktionen
erfordern u.U. eine neue Platine...
Im Mai 2025 hatte ich eine erste
Version der Platine (rev A) fertig und gab sie in Auftrag.
Im Grunde ist es eine Zusammensetzung der vorhandenen DEALER
Platinen (Netzteil und Stereo-Vorverstärker) sowie
einer Variante des MultiSwitch
8+4. Hinzugekommen sind der Bereich
Lautstärke-Steuerung mit dem PGA2311, die Eingangswahl mit
TAKAMISAWA Relais (5x Eingang, 1x Mute), ein I²C
EEPROM und ein 5V Netzteil-Modul). Alles in THT
Technik - kein SMD.
DEALER 4 in 1 Platine (rev A)
Nachdem die Platine eintraf wurde sie
umgehend bestückt. Nach der ersten Inbetriebnahme folgten
noch Fehlerkorrekturen und ein paar Änderungen, dann lief es
soweit. Alle Änderungen / Fehlerkorrekturen wurden in das
Layout für die nächste Revision übernommen, auch neue
Funktionen kamen hinzu.
Die Gehäusehalbschalen haben
Führungsschienen, in diese passt die Platine perfekt hinein.
Die Platine füllt die ganze Gehäusefläche aus. Nach Vorn
sitzen die Anschlüsse für Drehknopf, Einschalter (bzw.
-Taster) und Display. Nach hinten die Anschlüsse für die
Audio-Eingänge.
Etwas schwierig war es den PGA zum
Laufen zu bringen. Es gibt diesbezüglich viele Infos im
Netz, der PGA existiert ja schon seit geraumer Zeit. Jedoch
war das alles nicht so einfach, Copy & Paste klappt da
nicht. Ich habe viel herumprobiert, die Steuerung wurde
programmtechnisch auf Links gedreht und aufgedröselt. Am
Ende wurde das vorhandene Programm um ein paar Zeilen
eigenem Code ergänzt, mit Ideen aus den Beispielen.
Bevor alles lief, stand ich mir aber
selber im Weg, weil ich beim Layout des PGA den Mute falsch
angeschlossen hatte. PGA-Mute hatte ich mit der Relais-Mute
Leitung verbunden. Dies war fatal, weil das Relais LOW Aktiv
ist. Immer wenn das Relais aktiv, also Mute aus war, wurde
Mute am PGA aktiv und andersherum...
...der Code war schon längst funktionsfähig, aber Mute ist
Mute, da kannste nix machen ;-)
Nun, der Fehler wurde gefunden und siehe da, über die
Fernbedienung lässt sich die Lautstärke stellen.
Im Bild des Gerätes ist zu sehen, das
der Vorverstärkerbereich auf der Platine nicht bestückt
wurde. Es sind einfach nur Buchsen gesetzt und eine Dealer
Stereo-Platine von oben aufgesteckt. Der PGA ist eigentlich
ein eigener Vorverstärker. Werden die DEALER Kontakte
gebrückt, läuft der PGA auch allein. Ich werde diese
Kombination aus DEALER-VV und PGA aber beibehalten.
Der PGA reicht bei mir nur von -95 bis 0 dB, nicht bis in den
verstärkenden Bereich bis +35 dB. Er dient so nur zur
Abschwächung des Signales.

DEALER mit der großen Platine (rev A)
Nachdem alles soweit lief wurde im August 2025 die angepasste
Variante (rev B) der Platine in Auftrag gegeben.
DEALER 4 in 1 Platine (rev B) - Stand
09.2025
Die neue Platine - rev B
Diese Revision B habe ich seit dem 21. August 2025 im
Einsatz.
Durch ein minimal kleiner bauendes 5V
Netzteil wurde Platz frei für ein schlankes 230V Relais,
womit eine Standby-Funktion möglich ist. Es gibt eine neue
Netzeingangsbuchse mit integriertem Netzeingangsfilter sowie
2- poligem Netzschalter. Die Sicherung aus der
vorhergehenden Version der Netzbuchse sitzt nun auf der
Platine neben dem Netztrafo. Der 230V führende Bereich liegt
nur noch zwischen Netzeingangsbuchse und Trafo. Die Wahl des
Netzteil Modules von MeanWell ist noch nicht optimal. Es gab
im Betrieb eine Zeit lang ein leises, hochfrequentes Fiepen
von sich.
Mit dem Standby-Relais entfällt das
nach vorn zur Font führen der 230V Leitung. Hier sitzt nur
noch ein Taster, der direkt am Controller angeschlossen ist.
Die Wahl des Relais fiel auf ein Fujitsu FTR-LY. Für die
Steuerung des Standby-Relais wurde die Mute-Leitung des PGA
verwendet. Im aktuellen Layout ist die Nutzung der
Steuerleitung per Brücke wählbar, d.h. die Leitung des
Controllers wird entweder zum Relais oder zum PGA führt.
Wird die Standby-Funktion nicht gewünscht, muss statt des
Relais einfach eine Brücke eingelötet und die Netzspannung
über einen Schalter an der Front geschaltet werden. Bei
Relaisbetrieb empfiehlt es sich den Transistor Q47 sowie den
Widerstand R106 zu betsücken.
Auf der Platine ist ein
Erweiterungs-Steckplatz hinzugekommen. Dieser sitzt am
Relais Nr. 5. Im Normalbetrieb wird mit Steckbrücken der
Cinch-Eingang direkt durchgeleitet. Statt der Brücken kann
ein Modul gesteckt werden. Dieses wird mit der +/-15V
Analogspannung und 5V Digitalspannung versorgt. Möglich
werden dadurch z.B. ein RIAA
Modul, eine BT-Modul oder was auch immer....
Der Infrarot Empfänger für die Fernbedienung sitzt direkt am
vorderen Rand der Platine, vor der Öffnung in der Front. Der
Empfangsbereich für Signale von außen ist nun deutlich größer.
Durch Lösen der hinteren beiden
Schrauben der unteren Gehäusehälfte und Abziehen der
Verbindungen von Display, Dreh-/Drücksteller und
Einschaltknopf lässt sich die Platine ganz einfach nach
hinten herausziehen. Das Zusammensetzen des Gerätes
gestaltet sich so sehr simpel.
DEALER mit Platine rev B
Die Platine ist noch nicht der Weisheit letzter Schluss, aber
es funktioniert erstmal alles...
Anpassungen des Gehäuses
Dem aufmerksamen Beobachter ist
sicherlich nicht entgangen das sich das Gehäuse etwas
geändert hat. Dem 3D Druck sei dank ist es möglich,
individuell angepasste und sauber aussehende Teile zu bauen.
Das Original hat eine Front- sowie Rückseite aus Aluminium.
Die Rückseite hat Öffnungen für 3 Cinch Eingänge bzw. 1
Cinch-Ausgang. Die Eingänge waren mir zu wenig, daher hatte
ich als erstes eine neue Rückwand mit 5 Eingängen sowie
einem Ausgang erstellt und gedruckt. Da mir die Frontplatte
zu empfindlich für die viele Bastellei war, habe ich auch
diese neu Entworfen und mit "Marmor" Fillament gedruckt.
Hinzu kam noch der Drehknopf aus dem gleichen Material.
Weiterhin habe ich versucht die
Deckel-Halbschalen zu drucken. Leider ist dies ein etwas
schwieriges Unterfangen, Aufgrund der Abmessungen. Eine
Deckelhälfte passt liegend ziemlich genau auf das Druckbett,
aber dann ist das mit den waagerecht laufenden
Führungschienen im Deckel nicht so dolle. Senkrecht, also
stehend gedruckt, klappt es besser. Aber ab etwa der Hälfte
der Höhe werden die Fliehkraft so groß das das Teil zu
wackeln anfängt und dann am Ende aus dem Drucker fällt. Ich
habe da allerdings noch nicht viel Energie investiert,
sicherlich läßt sich da was mit passenden Stützstrukturen
machen.
Die Software
ja, auch Audiogeräte haben eine Software ;-)
Folgende Funktionen stehen über den Mikrocontroller zur
Verfügung :
- Infrarot-Fernbedienung
- Eingangswahl
- Display
- Audio Mute
- Lautstärke mit Balance
- Standby-Funktion
- Konfiguration via Menü
- Ein-/Austaster
- Drück/Drehtaster für Menü-Bedienung
Ein über die Fernbedienung oder den Drehtaster erreichbares
Menü bietet folgende Funktionen:
- Quellenauswahl
- Schrittweite der Lautstärke (1, 2 o.
4, Standard: 2)
- Maximale Lautstärke des PGA-Chip (10...255,
Standard: 192)
- Einschalt-Lautstärke (0...200,
Standard 48)
- Kanal-individuelle Lautstärke Anhebung (0...12,
Standard: 0)
- Vergleichsquellen festlegen
- IR Fernbedienung anlernen
- auf Werkseinstellungen zurücksetzen
Über das IR-Menü lassen sich für fast
alle Funktionen eine Fernbedienung anlernen. Für die
Lautstärke kann eine zusätzliche zweite Fernbedienung
angelernt werden. Aus speicher-technischen Gründen werden
nicht alle Hersteller/Protokolle unterstützt. In der Regel
sollte alles ab den 2000er funktionieren.
Um zwei Quellen durch umschalten
miteinander zu vergleichen, lässt sich eine Taste der
Fernbedienung belegen. Die beiden gewünschten Eingänge
werden aus den vorhandenen 5 Quellen via Menü festgelegt.
Diese lassen sich nun über die gewünschte Taste hin und
herschalten.
Da der PGA der Lautstärke
Verringerung dient, wird der Chip nur bis zu einem Wert von
192 angesteuert. Maximal möglich wäre 255. Alles über 192
hat eine verstärkende Funktion. Über das Menü lässt sich die
maximale Lautstärke auch auf höhere Werte stellen. Jedoch
wird dieser Wert nicht dauerhaft gespeichert, er geht im
stromlosen Zustand verloren.
Verwendete Komponenten / Module
- Alu-Gehäuse, Gehäusehalbschalen mit Front
und Rückseiten. HxBxT 6cm x 17cm x 25cm
- 6 Paar rhodinierte Cinch-Buchsen
- Schurter Netzeingangsbuchse mit 2-poligem
Schalter sowie Netzfilter
- TALEMA Ringkerntrafo für die Printmontage,
10VA mit 2x 15V Nennspannung bei ca. 18V Leerlaufspannung
- MeanWell Netzteil Modul IRM 10-5
- Hauptplatine, enthält folgende Baugruppen:
- DEALER Netzteil
- DEALER
Stereo-Vorverstärker
- ATmega 328P
µController
- externes 2k
EEPROM, I²C Bus
- Anschluß
Drück/Drehsteller
- Anschluß Display
- Anschluß Power-Taster
- IR Empfänger
VS1838B
-
Lautstärkesteuerung mit Burr Brown/TI PGA2311PA
- 6x Relais
TAKAMISAWA RY W-K 5V, 2x UM
- "Notaus"-Mute über
Reed-Relais 12V, 1x EIN
- Display Waveshare 1602LCD Blau, I²C Bus
- ALPS Drück-/Drehgeber mit Tastfunktion
Der Materialpreis liegt grob überschlagen bei etwa 150 bis
200,- EUR
Stand 10.2025 - vorläufiges Fazit
Bezogen auf den Funktionsumfang des DEALER von 1995 ist
das Gerät fertig. Im Rahmen meiner Möglichkeiten ;-) bin ich
mit dem Vorverstärker zufrieden.
Das Konzept funktioniert, das Gerät
läuft stabil und die Audioqualitäten sind vergleichsweise
gut. Noch ein klein wenig Feinarbeit, um alles hübsch zu
machen, dann könnte ich das Gehäuse zuschrauben und ein
Garantiesiegel drauf kleben. Ein echter Funktionstest einer
dritten Person sowie ein richtiges Messprotokoll stehen noch
aus.
Da das Controller-Umfeld so viele Freiheiten bietet, ist
technisch natürlich sehr viel mehr möglich, der
Erweiterungssteckplatz bietet zudem ausreichend Raum für
Spielereien.
EDIT 20.02.2026
Durch eine schlechte Qualität der
verwendeten Cinch-Buchsen bin ich auf der Suche nach Ersatz.
Buchsen in Print-Montage wurden auf der Platine umgesetzt.
Weitere kleine Änderungen wurden vorgenommen. Dies sind z.b.
ein ändern der nicht mehr benötigten "Backlight" Steuerung
hin zur Steuerung einer Front-LED. Im Audio-Eingangsbereich
sind TVS Dioden hinzu gekommen. Der Modul-Platz wandert
etwas nach oben, weiter weg vom Trafo. Abenso wurden die
Leiterbahnen des Trafos mit größerem Abstand verlegt.
ein paar Dealer Impressionen:
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