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Elektronik-Basteleien  -  Dealer Vorverstärker  -  meine Form der Umsetzung

04.2025

DEALER - meine Form der Umsetzung



Bei der Suche nach einem Gehäuse ist mir dieses hier sofort ins Auge gesprungen. Anfangs habe ich versucht mit den vorhandenen Modulen den Verstärker aufzubauen.



Gehäuse für
                den Vorverstärker




Leider hat die Wahl des Gehäuses dieses Vorhaben erschwert. Um in dem kleinen Teil für den geplanten Funktionsumfang alles unterzubringen sind die vorhandenen Komponenten / Module nicht geeignet.


Es gibt speziell für dieses Gehäuse geeignete Einbausätze mit Eingangswahl, Lautstärkesteuerung und Fernbedienung. Ich wollte aber die DEALER Schaltung verwenden und die Steuerung mit einem ATmega selber umsetzen.

Ziemlich schnell war ich an einem Punkt angelangt, wo ich mir eine einzige große Platine gewünscht habe. Zunächst musste jedoch die Komponenten-Variante herhalten, alles technisch einwandfrei funktionieren. Bevor man sich an das Entwerfen einer Platine macht, sollten die Funktionen feststehen und alles fehlerfrei laufen. Übersehene Fehler oder neue Funktionen erfordern u.U. eine neue Platine...


Im Mai 2025 hatte ich eine erste Version der Platine (rev A) fertig und gab sie in Auftrag. Im Grunde ist es eine Zusammensetzung der vorhandenen DEALER Platinen (Netzteil und Stereo-Vorverstärker) sowie einer Variante des MultiSwitch 8+4.  Hinzugekommen sind der Bereich Lautstärke-Steuerung mit dem PGA2311, die Eingangswahl mit TAKAMISAWA Relais (5x Eingang, 1x Mute), ein I²C EEPROM  und ein 5V Netzteil-Modul). Alles in THT Technik - kein SMD.. Da ich mir der Trafovariante noch nicht sicher war, wurde der Bereich großzügig ausgelegt.




Platine 4 in 1 rev A
DEALER 4 in 1 Platine (rev A)



Nachdem die Platine eintraf wurde sie umgehend bestückt. Nach der ersten Inbetriebnahme folgten noch Fehlerkorrekturen und ein paar Änderungen, dann lief es soweit. Alle Änderungen / Fehlerkorrekturen wurden in das Layout für die nächste Revision übernommen, auch neue Funktionen kamen hinzu.

Die Gehäusehalbschalen haben Führungsschienen, in diese passt die Platine perfekt hinein. Die Platine füllt die ganze Gehäusefläche aus. Nach Vorn sitzen die Anschlüsse für Drehknopf, Einschalter (bzw. -Taster) und Display. Nach hinten die Anschlüsse für die Audio-Eingänge. Durch Lösen der hinteren beiden Schrauben der unteren Gehäusehälfte und Abziehen der vorderen Verbindungen von Display, Dreh-/Drücksteller und Einschaltknopf lässt sich die Platine ganz einfach nach hinten herausziehen. Das Zusammensetzen des Gerätes gestaltet sich gleichermaßen simpel.

Etwas schwierig war es den PGA zum Laufen zu bringen. Es gibt diesbezüglich viele Infos im Netz, der PGA existiert ja schon seit geraumer Zeit. Jedoch war das alles nicht so einfach, Copy & Paste klappt da nicht. Ich habe viel herumprobiert, die Steuerung wurde programmtechnisch auf Links gedreht und aufgedröselt. Am Ende wurde das vorhandene Programm um ein paar Zeilen eigenem Code ergänzt, mit Ideen aus den Beispielen.

Bevor alles lief, stand ich mir aber selber im Weg, weil ich beim Layout des PGA den Mute falsch angeschlossen hatte. PGA-Mute hatte ich mit der Relais-Mute Leitung verbunden. Dies war fatal, weil das Relais LOW Aktiv ist. Immer wenn das Relais aktiv, also Mute aus war, wurde Mute am PGA aktiv und andersherum...     ...der Code war schon längst funktionsfähig, aber Mute ist Mute, da kannste nix machen ;-)  

Nun, der Fehler wurde gefunden und siehe da, über die Fernbedienung lässt sich die Lautstärke stellen.

Im Bild des Gerätes ist zu sehen, das der Vorverstärkerbereich auf der Platine nicht bestückt wurde. Es sind einfach nur Buchsen gesetzt und eine Dealer Stereo-Platine von oben aufgesteckt. Der PGA ist eigentlich ein eigener Vorverstärker. Werden die DEALER Kontakte gebrückt, läuft der PGA auch allein. Ich werde diese Kombination aus DEALER-VV und PGA aber beibehalten.

Der PGA reicht bei mir nur von -95 bis 0 dB, nicht bis in den verstärkenden Bereich bis +35 dB. Er dient so nur zur Abschwächung des Signales.



DEALER-Platine-rev-A
DEALER mit der großen Platine (rev A)



Nachdem alles soweit lief wurde im August 2025 die angepasste Variante (rev B) der Platine in Auftrag gegeben.



Dealer 4 in 1
DEALER 4 in 1 Platine (rev B) - Stand 09.2025





Die neue Platine - rev B

Diese Revision B habe ich seit dem 21. August 2025 im Einsatz.

Durch ein minimal kleiner bauendes 5V Netzteil wurde Platz frei für ein schlankes 230V Relais, womit eine Standby-Funktion möglich ist. Es gibt eine neue Netzeingangsbuchse mit integriertem Netzeingangsfilter sowie 2- poligem Netzschalter. Die Sicherung aus der vorhergehenden Version der Netzbuchse sitzt nun auf der Platine direkt am Netztrafo. Der 230V führende Bereich liegt so nur noch zwischen Netzeingangsbuchse und Trafo. Die Wahl des Netzteil Modules von MeanWell ist noch nicht optimal. Es gab im Betrieb eine Zeit lang ein leises, hochfrequentes Fiepen von sich.

Mit dem Standby-Relais entfällt das nach vorn zur Font führen der 230V Leitung. Hier sitzt nur noch ein Taster, der direkt am Controller angeschlossen ist. Die Wahl des Relais fiel auf ein Fujitsu FTR-LY. Für die Steuerung des Standby-Relais wurde die Mute-Leitung des PGA verwendet. Im aktuellen Layout ist die Nutzung der Steuerleitung per Brücke wählbar, d.h. die Leitung des Controllers wird entweder zum Relais oder zum PGA führt. Wird die Standby-Funktion nicht gewünscht, muss statt des Relais einfach eine Brücke eingelötet und die Netzspannung über einen Schalter an der Front geschaltet werden. Bei Relaisbetrieb empfiehlt es sich den Transistor Q47 sowie den Widerstand R106 zu betsücken.

Auf der Platine ist ein Erweiterungs-Steckplatz hinzugekommen. Dieser sitzt am Relais Nr. 5. Im Normalbetrieb wird mit Steckbrücken der Cinch-Eingang direkt durchgeleitet. Statt der Brücken kann ein Modul gesteckt werden. Dieses wird mit der +/-15V Analogspannung und 5V Digitalspannung versorgt. Möglich werden dadurch z.B. ein RIAA Modul, ein BT-Modul oder was auch immer....

Der Infrarot Empfänger für die Fernbedienung sitzt direkt am vorderen Rand der Platine, vor der Öffnung in der Front. Der Empfangsbereich für Signale von außen ist nun deutlich größer.

Eingehende Infrarot Kommandos werden über die serielle Schnittstelle des ATmega ausgegeben. So läßt sich eine neue Fernbedienung einfach in den Code inegrieren.




DEALER-mit-Platine-rev-B
DEALER mit Platine rev B



Die Platine ist noch nicht der Weisheit letzter Schluss, aber es funktioniert erstmal alles...





Anpassungen des Gehäuses

Dem aufmerksamen Beobachter ist sicherlich nicht entgangen das sich das Gehäuse etwas geändert hat. Dem 3D Druck sei dank ist es möglich, individuell angepasste und sauber aussehende Teile zu bauen. Das Original hat fertig bearbeitete Front- sowie Rückseiten aus Aluminium. Die Rückseite hat Öffnungen für 3 Cinch Eingänge bzw. 1 Cinch-Ausgang. Die Eingänge waren mir zu wenig, daher hatte ich als erstes eine neue Rückwand entworfen und gedruckt, mit 5 Ein- sowie einem Ausgang. Da mir die Frontplatte zu empfindlich für die viele Bastellei war, habe ich auch diese neu entworfen und mit "Marmor" Fillament gedruckt. Hinzu kam noch der Drehknopf aus dem gleichen Material.

Weiterhin habe ich versucht die Deckel-Halbschalen zu drucken. Leider ist dies ein etwas schwieriges Unterfangen, Aufgrund der Abmessungen. Eine Deckelhälfte passt liegend ziemlich genau auf das Druckbett, aber dann ist das mit den waagerecht laufenden Führungschienen im Deckel nicht so dolle. Senkrecht, also stehend gedruckt, klappt es besser. Aber ab etwa der Hälfte der Höhe werden die Fliehkraft so groß das das Teil zu wackeln anfängt und dann am Ende aus dem Drucker fällt. Ich habe da allerdings noch nicht viel Energie investiert, sicherlich läßt sich da was mit passenden Stützstrukturen machen. Hilfreich wäre ein 3D Drucker der nicht das Druckbett bewegt, sondern nur den Druckkopf.





Die Software

ja, auch Audiogeräte haben eine Software ;-)

Folgende Funktionen stehen über den Mikrocontroller zur Verfügung :

- Infrarot-Fernbedienung mit Lern-Funktion
- Eingangswahl
- Display
- Audio Mute
- Lautstärke mit Balance
- Standby-Funktion
- Konfiguration via Menü
- Ein-/Austaster
- Drück/Drehtaster für Menü-Bedienung
- direktes umschalten zweier Quellen mit einer Taste der Fernbedienung



Ein über die Fernbedienung oder den Drehtaster erreichbares Menü bietet folgende Funktionen:

- Quellenauswahl
- Schrittweite der Lautstärke     (1, 2 o. 4, Standard: 2)
- Maximale Lautstärke des PGA-Chip     (10...255, Standard: 192)
- Einschalt-Lautstärke     (0...200, Standard 48)
- Kanal-individuelle Lautstärke Anhebung     (0...12, Standard: 0)
- Vergleichsquellen festlegen
- IR Fernbedienung anlernen
- auf Werkseinstellungen zurücksetzen


Über das IR-Menü lassen sich für fast alle Funktionen eine Fernbedienung anlernen. Für die Lautstärke kann eine zusätzliche zweite Fernbedienung angelernt werden. Aus speicher-technischen Gründen werden nicht alle Hersteller/Protokolle unterstützt. In der Regel sollte alles mit RC5 Protokoll funktionieren.

Um zwei Quellen durch umschalten miteinander zu vergleichen, lässt sich eine Taste der Fernbedienung belegen. Die beiden gewünschten Eingänge werden aus den vorhandenen 5 Quellen via Menü festgelegt. Diese lassen sich über eine frei wählbare Taste hin und herschalten.

Da der PGA der Lautstärke-Verringerung dient, wird der Chip nur bis zu einem Wert von 192 angesteuert. Maximal möglich wäre 255. Alles über 192 hat eine verstärkende Funktion. Über das Menü lässt sich die maximale Lautstärke auch auf höhere Werte stellen. Jedoch wird dieser Wert nicht dauerhaft gespeichert, er geht im stromlosen Zustand verloren.






Verwendete Komponenten / Module

-    Alu-Gehäuse, Gehäusehalbschalen mit Front und Rückseiten. HxBxT 6cm x 17cm x 25cm

-    6 Paar rhodinierte Cinch-Buchsen

-    Schurter Netzeingangsbuchse mit 2-poligem Schalter sowie Netzfilter

-    TALEMA Ringkerntrafo für die Printmontage, 10VA mit 2x 15V Nennspannung bei ca. 18V Leerlaufspannung

-    MeanWell Netzteil Modul IRM 10-5

-    Hauptplatine, enthält folgende Baugruppen:

        - DEALER Netzteil
        - DEALER Stereo-Vorverstärker
        - ATmega 328P µController
        - externes 2k EEPROM, I²C Bus
        - Anschluß Drück/Drehsteller
        - Anschluß Display
        - Anschluß Power-Taster
        - IR Empfänger VS1838B
        - Lautstärkesteuerung mit Burr Brown/TI PGA2311PA
        - 6x Relais TAKAMISAWA RY W-K 5V, 2x UM
        - "Notaus"-Mute über Reed-Relais 12V, 1x EIN

- Display Waveshare 1602LCD Blau, I²C Bus

- ALPS Drück-/Drehgeber mit Tastfunktion als Fertigmodul



Der Materialpreis liegt grob überschlagen bei etwa 150 bis 200,- EUR



Stand 10.2025 - vorläufiges Fazit

Bezogen auf den Funktionsumfang des DEALER von 1995 ist das Gerät fertig. Im Rahmen meiner Möglichkeiten ;-) bin ich mit dem Vorverstärker zufrieden.

Das Konzept funktioniert, das Gerät läuft stabil und die Audioqualitäten sind vergleichsweise gut. Noch ein klein wenig Feinarbeit, um alles hübsch zu machen, dann könnte ich das Gehäuse zuschrauben und ein Garantiesiegel drauf kleben. Ein echter Funktionstest einer dritten Person sowie ein richtiges Messprotokoll stehen noch aus.

Da das Controller-Umfeld so viele Freiheiten bietet, ist technisch natürlich sehr viel mehr möglich, der Erweiterungssteckplatz bietet zudem ausreichend Raum für Spielereien. Aber erstmal reicht es so.




EDIT 20.02.2026

Durch schlechte Qualität der verwendeten Cinch-Buchsen bin ich auf der Suche nach Ersatz. Ich habe dies zum Anlass genommen und Buchsen in Print-Montage auf der Platine umgesetzt. Weitere kleine Änderungen wurden vorgenommen. Dies sind z.b. ein ändern der nicht mehr benötigten "Backlight" Steuerung hin zur Steuerung einer Front-LED. Im Audio-Eingangsbereich sind TVS Dioden hinzu gekommen. Der Modul-Platz wandert etwas nach oben, weiter weg vom Trafo. Abenso wurden die Leiterbahnen des Trafos mit größerem Abstand verlegt.




EDIT 02.06.2026

Nach ein paar weiteren Änderungen wurden Ende April neuen Platinen der rev C bestellt. Nach dem diese da waren habe ich noch etwas Zeit gebraucht, bis ich mich überwinden konnte das aktuelle Gerät auseinader zu nehmen.

Das alte Gerät wurde zerlegt, die meisten Bauteile übernommen und auf die neue Platine verpflanzt und wieder in Betrieb genommen. Alles läuft soweit. Bedingt durch die neuen Printbuchsen wurde die Rückwand neu gedruckt.


Neue Funktionen :

    - Reed-Relais für die 5V Versorgung, damit laufen der PGA und der Modulschacht nur noch im eingeschalteten Zustand

    - 12V Triggerausgang für Endstufen

    - Anschluß für eine Front-LED

    - Das Netzteil wurde um zusätzliche Siebelkos erweitert. Es sind jetzt insgesamt 4 Stück, mit 6.600µF je Zweig


Mit den Maßnahmen der 5V Versorgung liegt der Standby-Verbrauch bei nur noch 0.2W. Aus diesem Zustand läßt sich das Gerät mit der Fernbedienung oder dem Taste an der Front wecken.

Das Platinen-Layout habe ich im Bereich des Netzeingangs etwas angepasst. Der Bereich mit 5V-Netzteil, Sicherung, Netzreilais und Trafo läßt sich an definierten Trennstellen aus der Platine heraus trennen, um in geräumigeren Gehäusen in entferntem Abstand seinen Platz zu finden.



Leiterplatte 4in1 revC     Leiterplatte
              4in1 revC getrennt

DEALER 4 in 1 Platine (rev C)




Da die bislang verwendete Fernbedienung von AOpen etwas unhandlich und überfrachtet war, habe ich mic
h nach Ersatz umgesehen. Gefunden habe ich etwas von TEUFEL, derzeit hier bei Ebay erhältlich . Die Fernbedienung gefällt mir sowohl optisch als auch von der Tastenbelegung her deutlich besser. Die Sender-Codes mussten nur noch den Weg in den Programmcode finden.



TEUFEL CINEBAR
              Fernbedienung                      




Hier ein paar Bilder des aktuellen Bauzustandes :

DEALER 4in1 rev C  DEALER
              4in1 neue Cinch-Buchsen und das Phono-Modul  DEALER 4in1
              Netzteil mit 4x 3.300µF Elkos



EDIT 20.06.2026

Mir ist eine neue Display Variante unter die Finger gekommen. Das 16x2 Format in einer OLED Variante habe ich bei Conrad/Voelkner gefunden. Es ist Hitachi HD44780 kompatibel und funktioniert somit über die I²C-Adapter-Platine mit der Standard-Bibliothek. Ich habe es testhalber eingebaut und den Code umgeworfen. Der Vorteil zu einem Standard LCD ist das Fehlen der Zeichen während der Initialisierung, die ja ein abschalten der Hintergrundbeleuchtung erforderten und damit einen I/O Pin belegten. Wie beim Waveshare läuft das OLED ohne I/O Pin nur über den I²C Bus. Das OLED bleibt bis zum ersten Zeichen komplett schwarz.

Allerdings hat dieses spezielle Modell ein Problem mit dem Reset nach einem Programmiervorgang. Manchmal werden dann nur noch wirre Zeichen dargestellt. Erst ein komplettes Abschalten bringt Abhilfe. Manchmal kommt es nach dem Reset zum vertauschen der oberen und unteren Zeile, die Funktion bleibr erhalten. Dies alles tritt nur beim Programmieren auf, im Betrieb läuft es soweit problemlos.

Hier die beiden im Vergleich :

LCD oder OLED, das ist die
              Frage...
LCD oder OLED, das ist hier die Frage...












ein paar Dealer Impressionen:

Zustand 12.2025 +/-15V
              Netzteil Modul-Steckplatz (rev B) PGA2311PA (rev A)
Momentaufnahme bei der PGA Entwicklung  Erster Bauzustand 02.2025 Vorher / Nachher



 





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